In der Nacht vom 02. auf den 03.10.2015, nahm ich mir vor neben ein paar Veränderlichen Sternen, vor allem viele Sternhaufen und zwei Asteroiden zu beobachten. Ein kleiner Bericht von mir aus dieser Nacht, ist hier aufgeführt.

 

Um 19:45 Uhr erfolgte der erste Blick in den Nachthimmel. Natürlich, gab es zu dieser Zeit noch keine gute Transparenz, lediglich Vega und Deneb stießen sofort in mein Auge, ebenso der noch gelb-orange leuchtende Horizont im Westen, in dem die Sonne vor einiger Zeit untergegangen war.


Ein erster Blick durch das Teleskop sagte sofort, dass das Seeing heute sehr gut mitspielen würde. Bereits ohne Vergrößerung sind im 8" aus Dortmund Sterne mit 11 mag. indirekt auszumachen. Das erste Objekt des Abends, sollte der Sternhaufen NGC 6811 im Schwan sein.


NGC 6811: zunächst konturlos. Mit zunehmender Vergrößerung auf 120-fach immer mehr Feldsterne, die annähernd homogen verteilt sind. Ca. 11 mag. mit scharfer Abgrenzung nach außen...


Nach einem kurzen Schwenk durch das (natürlich mit dem bloßen Auge unsichtbare) Milchstraßenband des Schwans, stoppt das Teleskop bei NGC 6819 und NGC 6910.


NGC 6819: Zunächst nur ein milchiger Fleck, indirekt mit einigen Einzelsternen. Sehr kompakt, mit zunehmender Vergrößerung deswegen Auflösung in viele zig Einzelsterne, alle um etwa 11 mag. Herum.


NGC 6910: Ca. ein Dutzend Sterne, vergleichsweise hell. Unstrukturierte Anordnung in einer teilweisen Linie. Bei indirektem Sehen zwei weitere kleine Sterne mit 12. Größe zu erkennen. Wenig beeindruckend, nett anzusehen.


Mittlerweile war es bereits 22:00 Uhr und noch immer spielte das Seeing vermutlich aufgrund frostiger Temperaturen mit. Perseus erscheint für mich über einem Hausdach. Erst jetzt beginne ich mit den Sternhaufen in Cassiopeia: NGC 381, Eulenhaufen, NGC 7789, NGC 659 und M103.


NGC 381: Nur wenige Sterne zu sehen. Weit verteilt und wenig eindrucksvoll.


Libellenhaufen: Erinnert beim ersten Eindruck tatsächlich an eine Eule. Das Herz fällt mit V0466 Cas direkt ins Auge des Beobachters. Die zwei hellen Vordergrundsterne, grenzen mit unterschiedlichen Helligkeiten den Rest des zunächst nur wenige Sterne beinhaltenden Haufens ab. Mit zunehmender Vergrößerung werden weitere Hintergrundsterne sichtbar, insbesondere um das „Auge“ Phi Cas. Ein schönes Objekt. V0466 Cas schätzte ich auf 9,0 mag.


NGC 7789: Anfänglich nur schwacher Fleck mit langsam sichtbar werdenden Einzelsternen. Eine Sternenkonzentration ist ausfindig zu machen. Bei höherer Vergrößerung mit wesentlich mehr Details und zunehmend homogener werdender Erscheinung. Einzelsterne sind vergleichsweise schwach (ca. 10 – 11 mag.) Das richtige Objekt für geduldige Beobachter.


NGC 659: Selbst mit hoher Vergrößerung nur 8 Sterne ausfindig zu machen. Sehr kompakt und lichtschwach.


M103: Kleiner Haufen. Wenige Mitglieder, mit weitem Abstand. Eher enttäuschend aus einer Großstadt heraus.


Mittlerweile war es bereits 00:30 Uhr. Das erste mal setzte sich leichter Tau auf dem Okular ab -.-

Auch die Sterne erschienen nun zunehmend verschwommen, fluktuierten stärker. Einige Sternhaufen nahm ich mir jedoch auch für den Perseus vor. Wenn auch nicht ganz so eindrucksvoll, sind auch hier noch viele Details zu erkennen. Aus Gründen der Aufmunterung, zunächst ein kurzer Ausflug zu h&chi-persei. Wie gewohnt ein fasznierender Anblick, die roten Überriesen fallen anlässlich ihrer hervorstechenden Farbe sofort ins Auge. Mehrere Konzentrationen sind noch ausfindig zu machen. Desweiteren beobachtete ich:


NGC 1245: Nichts zu erkennen. Auch unter Vergrößerung nicht. Offenbar nur etwas für's Land.


NGC 1528: Lockerer Haufen, wenige Mitglieder. Recht hell (9 – 10 mag.)


Trumpler 2: heller vergleichsweise weiter Haufen ohne konzentrierte Stellen. Ein orangelicher Stern fällt als das hellste Mitglied ins Auge, sonst sind die Helligkeiten der Einzelsterne sehr variabel.


M34: Recht weiter und offener Haufen mit Sternen mittelklassiger Amplitude (8 – 9 mag.) Nur wenige Mitglieder sichtbar, in weitestgehend homogener Verteilung.


Aufgrund des schlechten Seeings und der Tatsache, dass ich nun schon mehrere Haufen erfolgreich beobachtet hatte, machte ich gegen 02:00 Uhr Schluss mit meinen Beobachtungen.

Neben den Haufen selber, sah ich ein paar taumelnde Iridiums und vor allem zwei Asteroiden im Pegasus und Widder.


,,Eunomia" im Pegasus (23:00 Uhr)

Beobachtung: Leichter Gelbton, stellares Objekt mit 8,3 mag.


,,Amphititre (29)" im Widder (00:30 Uhr)

Beobachtung: 9,0 mag. Wegen des schlechten Seeings nur schwach punktförmig.


Fazit: eine weitestgehend sehr erfolgreiche und abwechslungsreiche Beobachtungsnacht, in der neben dem Seeing auch das Aufsuchen sehr gut funktioniert hat. Viele Haufen waren mir zuvor noch unbekannt, und werden wohl zukünftig noch einmal unter dunklerem Himmel von mir "unter das Okular" genommen.


Verfasst von Nikolai Buchholz am 03.10.2015