Komunikation von Aliens

 Das Leben hat es in sich! Täglich tun wir Hunderte unterschiedliche Dinge. Unser neuronales Netzwerk, das Gehirn, wird förmlich bombadiert mit etlichen Informationen, die es innerhalb kürzester Zeit zu analysieren und verwerten gilt. Da geht es um das Einhalten diverser Zeitpläne, die Formation und Organisation alltäglicher Dinge und natürlich um einen ganz wesentlichen Bestandteil unserer Existenz: Die Kommunikation!

Kommunikation ist ein weit gefasster Begriff und unmittelbar mit der Information gekoppelt. Denn: Kommunikation ist Information, die im bestenfall geordnet, das bedeutet in Form einer Struktur vom Sender losgeschickt, und vom Empfänger unverfälscht empfangen wird. Perfekte Kommunikation gibt es jedoch selten, und vermutlich ist das auch gut so!

Hier auf der Erde werden von Tieren und namentlich uns Menschen viele verschiedene Kommunikationsmuster verwendet. Der Begriff ist so alltäglich geworden, das wir nicht mehr richtig über ihn nachdenken. Doch wenn wir uns genauer mit dem Thema befassen, stellen wir fest, dass sich auch Kommunikation zwischen einzelnen Individuen entwickelt. Auf der Erde ist das bereits gut untersucht! Doch wie ist es mit Außerirdischem Leben?

 Oftmals wird das Außerirdische Leben nur sehr oberflächlich behandelt. Die Grundfrage ,,Sind wir alleine im Universum?“ bleibt so zumeist im Vordergrund stehen. Dieser Text soll sich aber mit einer Frage beschäftigen, die vermutlich etwas tiefer in die Materie geht: Wie kommunizieren Außerirdische untereinander, und lassen sich wohlmöglich Analogien zur Körpersprache von Tieren und Menschen festmachen?

 Wie geht man an so eine Frage heran? Das Problem ist, dass wir Außerirdische noch nie detailliert untersuchen und beobachten konnten. Wir wissen nicht einmal, ob Außerirdische tatsächlich existieren. Aber ein Studienobjekt, ein Exemplar steht uns zur Untersuchung zur Verfügung: Die Erde und die Kenntnis ihrer Evolution.

 Fangen wir doch einfach ganz vorne an. Das erste Leben entwickelte sich vor etwa 3,8 Milliarden Jahren, aus einer chemischen Ursuppe. Es handelte sich um kleinste Bakterien, die mit dem bloßen Auge sowieso nicht ausfindig gemacht werden konnten. Eine körpersprachliche Analyse erscheint hier zb. Aussichtslos, weil das Lebewesen noch nicht komplex genug ist. Doch trotzdem, bereits diese Lebewesen begannen untereinander zu kommunzieren! Wir wollen uns hier nicht festsetzen und lieber einen weiteren evolutionären Sprung wagen. Wir kommen zu den Fischen. Das Leben entwickelte sich im Wasser, und begann erst sehr viel später an Land zu gehen. Fische, weisen ein weiteres sehr bedeutsames Kommunikationsmuster auf: Viele von ihnen schwimmen in Schwärmen! Sie befinden sich in einem Kollektiv, und wissen dabei genau wie sie sich zu organisieren haben. Ein Phänomen, das in der Wissenschaft heute als ,,kollektive Intelligenz“ bezeichnet wird. Noch heute ist dieses Muster in großen Schwärmen von Zugvögeln, den Nachfahren der Dinosaurier, erhalten geblieben. Sehr früh, entwickelten sich im Meer sogenannte lumineszente Bakterien, auch Photobakterien genannt. Ihre Kommunkation basierte nunmehr auf Licht, in dessen Folge sie angesichts fehlender Sinne in ihren Schwarm zurückfinden konnten

 Die ersten Tiere, waren mit ein paar Ausnahmen vorwiegend klein und vom Körperbau her, an ihre Umgebung angepasst. Als die Dinosaurier das Land eroberten, kam es das erste Mal zur Ausbildung sehr kräftiger, großer und dominierender Lebewesen. Hier, finden wir schon eher Hinweise auf körpersprachliche Signale! Dinosaurier waren nur zum Teil Schwarmtiere, und sie kommunizierten auch nie über Lichtimpulse. Ihre Kommunikation hatte vermutlich aber eines mit der Kommunikation von Meerestieren gemeinsam: Der Transport von Schallwellen. Denn sowohl Wale, als auch Delfine kommunzieren aufgrund ihres fehlenden Augenlichts überwiegend über Rufe. Da Wasser Schall bis zu 5 mal besser leitet als an Land, erwies sich diese Kommunikationsmethode schon früh als außerordentlich hilfreich. Landtiere begannen später zur Bekräftigung ihres Rufens, einen Kehlkopf zu entwickeln, der uns Menschen heute noch erhalten geblieben ist. Dinosaurier entwickelten natürlich noch keine herkömmliche Sprache, wie wir Menschen, kommunzierten aber wie viele andere Tiere auch über körpersprachliche Signale, laute Rufe, und kollektives Schwarmverhalten (Mutter beschützt Kind etc.). Bis heute haben sich Kommunikationsformen also weiter entwickelt, und ihrer Umgebung spezifisch angepasst. Fassen wir kurz zusammen, was wir nun über die Kommunikation der irdischen Bewohner wissen:

 - Kommunikation war im Tierreich schon früh möglich über Gerüche, Rufe, Körpersprache, Schwarmverhalten, Biolumineszenz oder anderweitige Methoden die Informationsaustausch ermöglichten

- Kommunikation hat sich entwickelt, ist also evolutionsabhängig, und hat ihre Komplexitätsformen stark verändert

- Kommunikation war in der Evolution überlebenswichtig! (Deswegen kommt sie auch bei Außerirdischen vor)

- Kommunikation kann manipuliert werden (zb. durch das Nachahmen spezifischer Tierrufe)

- Kommunikation ist Interpretation von Information!

 

Der letzte Satz hat es in sich. Widmen wir uns nun langsam aber sicher, der komplexesten und am meist verwendsten Kommunikationsform: Der Körpersprache des Menschen. Als der Mensch als Homo Sapiens und Weiterentwicklung des Homo Erectus in Erscheinung trat, war vieles anders als heute. Es gab keinen Supermarkt, in dem man hätte einkaufen können und auch ein Zuhause musste man sich in sehr frühen Zeiten der Steinzeit selbst erbauen. Handwerkliches Geschick, kluge Strategien aber auch Taktiken waren für den Homo Sapiens schon immer überlebenswichtig. Das hat auch Konsequenzen für uns! Wir stehen zb. In einer Nacht bis zu 18 mal auf, ohne signifikaten Grund. Schlafforscher vermuten, dass auch dieses Ritual aus der Steinzeit erhalten geblieben ist, in denen die kurzen Aufwachphasen zur Überwachung der unmittelbaren Umgebung gedient haben. Vielleicht hätte ja ein Raubtier die Höhle befallen können usw.

Es dauerte danach jedoch noch lange bis sich das erste mal eine wirkliche verbale Sprache in den Alltagsgebrauch einschlummern konnte. Lange Zeit kommunizierten die Homo-Sapiens über Rufe, Mimik, Gestik und nonverbale Ausdrücke. Bis heute sind diese ursprünglich zum Schutz entwickelten Feindetails im menschlichen nonverbalen Kommunikationsmustern wiederzufinden. Voraussetzung: Man beobachtet genau. Darin waren uns die Steinzeitmenschen vermutlich überlegen. Unsere Umwelt ist heute sehr viel sicherer als damals!

Körpersprache, gab es auf unserer Erde also erst mit der Entstehung komplexerer Lebewesen als nur Einzeller und Mikroben.

Fassen wir stichpunktartig einige der heute bekannten, wichtigsten Erkenntnisse zur menschlichen Körpersprache zusammen:

 

- Der Körper spricht als Ganzes

Für eine korrekte Analyse körpersprachlicher Merkmale, ist es von entscheidender Bedeutung, seinen Fokus nicht nur auf einen Teil zu lenken (zb. Die Bewegung der Hände) sondern den Körper im Gesamtzusammenhang zu beobachten.

 - Körpersprachliche Signale können eindeutig gesendet, aber mehrdeutig vom Empfänger interpretiert werden

 Fachbegrifflich spricht man hier von „gestörter Kommunikation“. Nicht immer meint mein Gegenüber mit verschränkten Armen eine Ablehnung mir gegenüber. Verschränkte Arme können auch ein Ausdruck der Zurückhaltung in bestimmten Situationen sein (siehe erster Punkt)

 - Ein Griff an den Hals- und Nackenbereich bedeutet Unsicherheit

Auch hier ist der geschichtliche Ursprung in einem Schutz der Halsschlagader in Nervositätszuständen zu finden.

 - Unsere Finger sind ein Teilausdruck unserer Gedanken

So weiss man zb. Aus Beobachtungen, dass der kleine Finger der sogenannte Gesellschaftsfinger zu sein scheint, den Menschen in gruppendynamischen Situationen oft zusammendrücken um sich für die anderen Aufmerksam zu machen. Der Zeigefinger fungiert oft als Drohgebärde, der Daumen prägt Dominanz wohingegen der Ringfinger der Gefühlsfinger ist. Sind wir zb. Traurig und benötigen Zuspruch und Aufmerksamkeit fassen wir den zusätzlich oft an.

 -Ein geneigter Kopf im Gespräch ist ein Zeichen des Vertrauens

 Selbes Spiel wie im 3. Punkt. Wir offenbaren unserem Gesprächspartner einen empfindlichen Teil unseres Körpers, nämlich die Halsschlagader. Wer jemandem im Gespräch mit geneigtem Kopf begegnet, scheint seinem Gegenüber zu vertrauen.

 

Das waren jetzt ein paar Beispiele für die Komplexität der menschlichen Körpersprache. Kommen wir nun zur Überleitung in den Bereich des Außerirdischen Lebens.

Wenn es im Kosmos Lebewesen außerhalb der Erde gibt, ist Kommunikation ein unverzichtbarer Bestandteil ihrer Existenz. Ob nun über Lichtimpulse, Gerüche, Bewegungen oder Rufe kommuniziert wird, ist abhängig vom Evolutionsstadium der vor Ort antreffenden Lebewesen. Einzeller und Mikroben, kommunizieren vermutlich über kollektive Intelligenz, das bedeutet sie finden sich in Gruppen zusammen oder tauschen chemische Stoffe miteinander aus.

 Gehen wir aber nun von dem unwahrscheinlicheren Fall aus, es gebe überwiegend weit entwickelte Lebensformen im All. Katzenähnliche Tiere, die auf 4 Beinen unterwegs sind, könnten abhängig vom Planeten auf dem sie Leben über ganz unterschiedliche körpersprachliche Mechanismen verfügen. Das zurückziehen der Ohren, das laute Fauchen oder ein starrer Blick wäre für solche Tiere ebenso typisch wie für die Katzen auf der Erde. Auch ein Schnurren als Zeichen der Entspannung wäre denkbar. Aber vieles ist auch spekulativ!

 Ungeachtet der Tatsache, dass jedem Lebewesen anlässlich unterschiedlicher Bedingungen auf dem Planeten, verschiedene Körper gegeben werden, ist es mehr als wahrscheinlich, dass auch Tiere die in der Luft fliegen mit vielen unterschiedlichen Merkmalen geboren werden. Überlegen wir uns abschließend und tatsächlich nur zum Spaß, wie Kommunikation zwischen zwei weitentwickelten Außerirdischen im Falle eines Territorialkampfes aussehen könnte. Beide Lebewesen verfügen über 8 Beine, 3 Augen und einen flachen Bauch mit Giftstachel hintendran. Außerdem sei bei beiden Tieren ein ausgeprägter Kehlkopf zum Schreien vorhanden.

 Lebewesen 1 sieht Lebewesen 2 aus der Ferne in sein Territorium eindringen. Der Einfachheit halber bezeichnen wir Lebewesen 1, der Besitzer des Territoriums ist als Olaf und Lebewesen 2, also den Eindringling, als Norbert. Folgendes wäre unter Berücksichtigung körpersprachlicher Merkmale von Tieren auf der Erde denkbar:

 Olaf wagt ein paar Schritte nach vorne. Norbert sieht das, zeigt sich jedoch unbeeindruckt und geht weiter geradewegs auf Olaf zu. Dieser reisst seine Augen auf und starrt Norbert an! Dieser versteht die Geste und macht einen Schritt zur Seite. Olaf hat Blut geleckt und geht weiter nach vorne, bis Norbert plötzlich seinen Stachel aufrichtet. Beide sind verwirrt, und bleiben kurzzeitig stehen. Doch Olaf lässt sich nicht unterkriegen, richtet ebenfalls seinen Stachel auf und geht weiter nach vorne. Plötzlich fängt Olaf laut an zu brüllen, Verstärkung auf beiden Seiten erreicht ihn. Nun ist Norbert auf Rückzug aus. Alleine durch nonverbale Kommunikation sind beide einem Kampf entgangen! Dieses Szenario wäre irgendwo im Kosmos auf einem fernen Planeten, um einen sonnenähnlichen Stern denkbar. Unserer Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt.

 Entscheidend ist im Endeffekt auch, dass Kommunikation für den Start und die Aufarbeitung interstellarer Reisen von entscheidender Bedeutung ist. Lassen wir mal den Antrieb, die Wahrscheinlichkeit und die Ufos weg und fokussieren uns auf die Frage, ob Lebewesen überhaupt im Stande sind interstellare Reisen anzutreten, denn kommunizieren sie nicht untereinander verweilen sie vermutlich nicht sehr lange in der Kette der Evolution.